Bizarre Klänge der Fabelwesen

(Frankfurter Rundschau vom 18.10.2003)


Bizarre Klänge der Fabelwesen

Skulpturen-Parcours in Schwalbach findet große Resonanz/ Ausstellung der Galerie Bild&Rahmen

Fabelwesen haben sich in Schwalbach breit gemacht, und sie fühlen sich offensichtlich so wohl, dass sie noch eine Weile bleiben werden. Kunst im öffentlichen Raum heißt das, was Galerist Peter Elzenheimer der Stadt beschert hat.
 


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Mit dem Höllenhund Zerberus auf dem Marktplatz haben sich die Schwalbacher Kinder bereits angefreundet.
Das bronzene Fabelwesen von Carin Grudda ist Teil eines Skulpturen-Parcours in
Alt-Schwalbach, den Galerist Peter Elzenheimer zusammengestellt hat.





 SCHWALBACH - 17. OKTOBER - Ein Violinbogen streicht zart eine der „Drei Grazien" der Künstlerin Carin Grudda. Ein heller, voller Klang schallt in die Nacht. Musiker Olaf Pyras ist begeistert: „Gute Klangkörper'`, sagt er. Zusammen mit seiner Musikerkollegin Christine Weghoff, ein paar Fackeln und ungezählten Besuchern zog er am Donnerstagabend von der Galerie „bild&rahmen" aus durch die Altstadt. Der Kunst entgegen. Auf dem Marktplatz hat sich der Höllenhund Zerberus eingenistet, vor dem Restaurant Mutter Krauss steht eine riesige Frauenfigur, und auch am alten Rathaus und zwischen Kapelle und Eichendorfpark haben sich mythologisch anmutende Wesen niedergelassen. Sie alle sind Teil eines Skulpturen-Parcours mit rund 25 Groß-Plastiken. Sie bilden den öffentlichen Teil der Ausstellung „Wo die Rätsel bleiben...", die die Galerie zusammengestellt hat. Die Ausstellung widmet sich vor allem der Wechselwirkung zwischen dem Werk des spanischen Surrealisten Salvador Dali und der aus dem Raum Kassel stammenden Künstlerin Carin Grudda. 120 Skulpturen und Grafiken hat Galerist Peter Elzenheimer zusammengetragen. Darunter Werke so namhafter Künstler wie Daniel Spoerri, Arman und Cascella, die in der italienischen Bronzegießerei Immart entstanden. Grudda und Dali bilden bei Plastiken und Grafiken den Schwerpunkt der Ausstellung. Beide Künstler, so Elzenheimer, verbindet die Auseinandersetzung mit der griechischrömischen Mythologie. Und beide, bestätigt Grudda, haben ihre künstlerische Wurzel im Dadaismus. Figuren wie Zerberus oder Pegasus, der auf dem Hof Hausen vor der Sonne in Hofheim zu bewundern ist, heißen die Plastiken Gruddas. Gleich neben dem Eingang der Galerie grüßt Dalis wohl auffälligstes Werk: La Metamorphose de la Venus de Milo - eine klassische Schönheit, zerteilt in bewegliche Schubladen. Carin Grudda ist in der Kunstszene Schwalbachs seit Ende der 90er Jahre ein Begriff. Damals schuf sie zusammen mit Schülern der Geschwister-Scholl-Schule ein Kinderbuch um den Hund Fou, für das die Schule den Leseförderpreis „Hessisches Bücherschränkchen" einheimste. In ihrer Wahlheimat Imperia in Italien widmet sich die 50-Jährige neben der Malerei inzwischen verstärkt der Bronzeplastik. In der Gießerei Immart entstanden in den letzten fünf Jahren rund 50 Grudda-Plastiken. Zur Ausstellung lädt die Galerie am Sonntag, 26. Oktober, zum Kunstspaziergang, bei der Plastiken und Grafiken erklärt werden. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr im Wiesenweg 12. Ein Vortrag über Leben und Werk Dalis ist am Donnerstag, 6. November, geplant. Beginn: 19 Uhr. Eintritt jeweils acht Euro.Geöffnet ist die Ausstellung in der Galerie Bild&Rahmen bis
18. Novenber; Dienstag bis Sarnstag 10 bis 13 Uhr sowie 15.30 bis 18.30 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr
Olaf Zimmermann


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