Blickfang für Passanten

(Höchster Kreisblatt vom 21.10.2003)


Blickfang für Passanten

Bauhof-Kräne helfen beim Aufbau tonnenschwerer Kunst. Blickfang für Passanten Schwalbach. Mit offenen Armen und mehreren Herzen empfängt eine etwa zweieinhalb Meter hohe Statue die Gäste der Wirtschaft „Mutter Krauss" und Passanten.Die große Frau (in italienisch auch die großherzige Frau) heißt das Werk, erklärt die Künstlerin Carin Grudda. Die Frauenfigur ist eine von 35 Bronzen, 
die seit voriger Woche im Schwalbacher Stadtgebiet verteilt stehen (wir berichteten). Weitere Skulpturen und Bilder der aus Kassel stammenden und in Imperia (Italien) wohnenden Künstlerin sind in der Galerie Bild und Rahmen des Schwalbachers Peter Elzenheimer zu bewundern.
Zur Vernissage zogen die Gäste mit Fackeln und zwei Sc' spielmusikern in die Altstadt.
Auf dem Marktplatz gastiert ein großer Bronzehund namens Zerberus. Vor der Kapelle zum Eichendorff-Park ist ebenfalls eine der Plastiken des Skulpturen-Parcours Wo die Rätsel bleiben . . . zu sehen.
Weitere Werke sind rund um das historische Rathaus gruppiert. Dabei setzt sich die 50 jährige Carin Grudda mit Salvador Dali auseinander. Dessen Werke sind ebenfalls in der Galerie ausgestellt. Sowohl der spanische Maler als auch Carin Grudda überlassen die Gestaltung ein Stück weit dem Zufall. Beide Künstler verbinde die griechisch-römische Mythologie, illustriert Peter Elzenheimer. Allerdings seien die Oberflächen der Kunstwerke der Wahl-Italienerin rau, Dalis Exponate glatt, betont die freischaffende Künstlerin. Carin Grudda versteht sich als Dadaismus-Anhängerin, während Dali Surrealist ist. Thema beider ist die Metamorphose, wie bei der bekannten Venus von Milo. Durch Schubladen kann das Aussehen der klassischen Bronze-Statue jederzeit verändert werden. Die bronzene Schönheit ziert den Eingang der Galerie. Ferner hat Elzenheimer Skulpturen und Grafiken, insgesamt 120 an der Zahl, zusammengetragen von namhaften Künstlern wie Arman, Daniel Spoerri und Thommaso Cascella. Entstanden sind die Stücke in der italienischen Bronzegießerei Immart. Nach Schwalbach hat es Carin Grudda verschlagen, weil ihr italienischer Nachbar aus der Stadt am Taunus stammt. Mein Nachbar hat ein Bild von mir bei Peter Elzenheimer rahmen lassen, so ist der Kontakt letztendlich zu Stande gekommen, erklärt die Künstlerin. Mit Grundschülern der Geschwister-Scholl-Schule schuf sie bereits ein Kinderbuch um den Hund Fou, für das die Schule den Hessischen Leseförderpreis Bücherschränkchen erhielt.
Bei der Aufstellung der tonnenschweren Kunstwerke im Stadtgebiet hat der Bauhof mit Kränen geholfen. Bürgermeister Roland Seel ist sich sicher, dass die Ausstellung weit über Schwalbach hinaus Interesse wecken wird. Die Ausstellung im Wiesenweg 12 und im Schwalbacher Stadtgebiet ist bis Dienstag, 18. November, zu sehen.
Die Öffnungszeiten im Wiesenweg 12 sind dienstags bis samstags, jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 15.30 bis 18.30 Uhr. Sonntags ist von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führung und Vortrag Schwalbach. Begleit-Veranstaltungen lehren Hintergründe der von der Kulturkreis GmbH und von der Stadt unterstützten Groß-Kunstpräsentation
Wo die Rätsel bleiben... des Schwalbachers Peter Elzenheimers. In den Räumen der Galerie, Wiesenweg 12, sowie an öffentlichen Plätzen im Schwalbacher Stadtgebiet gibt es zunächst eine Führung: Sonntag, 26. Oktober, 14.30 Uhr. Treff punkt zu dem Rundgang mit dem Kunsthistoriker Olaf Schwarz ist im Wiesenweg 12: Die Teilnahme kostet acht Euro. Am Donnerstag, 6: November, folgt ein Kunst-Gespräch zu Salvador Dali. Von 19 Uhr an skizziert Tino Wehner, Dozent für Kunstgeschichte, Dalis Leben und dessen künstlerisches Gesamtwerk. Beginn: 19 Uhr. Die Teilnahme kostet acht Euro. Anmeldung unter: (06196) 52121. (ask)

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